Junker Franz von Hammerstein
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Kurpfälzischer Haushofmeister, Besitzer eines Adelhofs in Bensheim und
einer Mahlmühle in Heppenheim
Wappen der Familie von Hammerstein aus dem Wappenbuch der Stadt Bensheim
Im Jahr 1608 wurde der in Bensheim wohnende Junker Franz von Hammerstein als Besitzer der Hammersteinischen Mühle in Heppenheim genannt. Diese am Erbach stehende Mahlmühle hat heute den Namen Mangsmühle. Wenig war über den Mühlenbesitzer bekannt, was mich zur Spurensuche anregte.
Der Junker stammte aus einem alten Adelsgeschlecht. Er wurde um 1560 als Sohn von Christoph von Hammerstein und dessen Ehefrau Margarethe von Wrede zum Schellenstein vermutlich in Oege, einer Siedlung bei Hückeswagen an der Wupper geboren. Seine Eltern hatten das Rittergut um diese Zeit erworben. In den 1980er Jahren wurde das Herrenhaus beim Bau der Wuppertalsperre abgetragen und überflutet.
Schon früh war Junker Franz in kurpfälzischen Diensten. 1595 war er kurpfälzischer Hofküchenmeister im Heidelberger Schloss und 1600 wurde er als kurpfälzischer Haushofmeister bezeichnet. In diesem hohen Amt war er der Aufseher über "Haus und Hof" des Kurfürsten.
Schon als junger Mann kaufte der Junker in der Bensheimer Altstadt neben dem Dalberger Hof einige Häuser und begründete den Hammersteinischen Adelshof. Dieser stand an der Stelle, wo sich heute das Bürgerhaus befindet. Erstmals wurde der Junker 1582 in Bensheim in Steinmetzprotokollen genannt. 1595 war er zusammen mit dem Amtskeller der Burg Stein Taufpate bei dem Bensheimer Schneiderssohn Franz Konrad Sauer.
Bedingt durch seine Tätigkeit am kurpfälzischen Hof hatte er ein Haus in Heidelberg unterhalb des Schlosses „Im obern Kaltenthal“. Unklar ist, wann er seinen Wohnsitz von Heidelberg nach Bensheim verlegte, denn ein 1600 beginnendes Einwohnerverzeichnis von Heidelberg enthält „Frantz von Hammerstein, Haußhofmeister, 1 Knecht, 2 Jungen, hat bei sich seinen Bruder, Werner von Hammerstein“. Seine erste Frau war bereits gestorben. In 2. Ehe heiratete er um 1608 Anna von Plettenberg. Spätestens dann wurde Bensheim zu seinem Hauptwohnsitz.
Sein Neffe, der spätere schwedische Generalmajor Friedrich Christoph von Hammerstein-Gesmold (geb. 1608), schrieb in seinem Lebenslauf: „in meinen Kindlichen Jahren von meinen Eltern nacher Bensheim an der Bergstraße zu meinen Herrn Vetter Franz von Hammerstein, welcher Churfürstl. Pfalzischer Haus-Hofmeister zu Heidelberg gewesen, zur Schule geschickt.“
Mehrere Brüder von Franz waren in guten Positionen, so Johann Werner von Hammerstein als kurpfälzischer Amtmann auf Schloss Böckelheim und Hans Adam von Hammerstein als gräflich lippischer Landdrost auf dem Rittergut Equord bei Detmold.
Sein Dienstherr, der Kurfürst und Pfalzgraf Friedrich V. wurde 1619 König von Böhmen und „begehrte“ seinen Haus-Hofmeister nach Ernennung zum königlichen Rat „wieder in Dienst“ in Prag. Der Junker akzeptierte diesen Ruf. Am 10. September 1620 wurde er letztmals
in Bensheim genannt, als er sich für sein Vieh noch das Weiderecht in Bensheim auf der städtischen Weide für ein Jahr genehmigen ließ.
Auf dem Weg nach Prag zum König machte er einen Umweg über Detmold zu seinem Bruder Hans Adam. Dort wurde er „mit Schwachheit befallen“ und starb. Der Todestag ist nicht bekannt, er dürfte aber im Herbst 1620 liegen, denn sein Herr, der „Winterkönig“ verlor am 8. November 1620 die Schlacht am Weißen Berg und floh in die Niederlande.
Mühlenbesitzer am Erbach in Heppenheim
Junker Franz von Hammerstein wurde mehrmals als Besitzer der Hammersteinischen Mühle in Heppenheimer Archivalien genannt. Diese Mühle hieß zuletzt Mangsmühle und wurde 1974 abgerissen.
Mangsmühle im Winter
Ölgemälde nach unbekannter alter Vorlage 1993 von A. F. Schäfer erstellt
>>> Wird noch ergänzt.
