Stammfolge    

                       L E N H A R D

 

 

   Nachfahren von Friederich LEONARDT, seit 1678 in Harsberg/Pfalz

 

 

                      "Harsberger LENHARD-Sippe"

 

 

                                                                       Verfasser:

                                    Dr. Hermann Müller, Heppenheim

 

 

                                                                      Zuletzt aktualisiert am 16. März  2016.


 


 

Zusammenfassung:

 

 

Der erste LENHARD ("Theodatus oder Friederich Leonardts") kam nachweislich 1678 in das öde und unbewohnte Harsberg auf der Sickinger Höhe bei Landstuhl in der Pfalz und begründete eine LENHARD-Sippe, die heute in vielen Orten der Pfalz und auch in anderen Regionen ansässig ist. Die Schreibweise LENHARD ist dabei die heute am meisten vorkommende Schreibweise in der Sippe. Allerdings gibt es auch Sippenmitglieder, die sich LENHART oder auch LENHARDT schreiben.


Woher kam der erste LENHARD auf die Sickinger Höhe in der Pfalz?

Was ist die "Stammheimat" unserer LENHARD-Sippe?

Wo lebte die Sippe vor dem Dreißigjährigen Krieg?

 

Die Frage nach der Herkunft der LENHARD ist wie ein schwieriger Kriminalfall voller Rätsel und es stellen sich mit jedem Forschungsfortschritt neue Fragen, zu denen eine Antwort gesucht werden muss:

 

1.   Gibt es Hinweise/Beweise für die Herkunft der LENHARD aus Tirol in den Grenzen des 17. Jahrhunderts?
 

2.   Ist das Tannheimer Tal in Tirol oder die benachbarte Region im Oberallgäu die Stammheimat unserer LENHARD?
 

3.   War der erste LENHARD (Friederich Leonardt) ein gebürtiger Katholik oder ist er erst später, z. B. unter dem Zwang der Rekatholisierung, zum katholischen Glauben konvertiert?
 

4.   Was bedeutet die Unklarheit im Denombrement von 1681?
"Theodatus oder Friederich"?
 

5.   Deutet Theodatus (d. h. "von Gott gegeben") auf eine bestimmte Herkunft (Region, Religion) hin?
 

6.   Kam der erste LENHARD zusammen mit Thomas REICHEL nach Harsberg?
 

7.   Haben die LENHARD die gleiche Herkunftsregion wie die REICHEL, die aus "Waldtsee in Tirol" stammen sollen? Wo ist dieses Waldtsee? Ist es Bad Waldsee in Oberschwaben?
 

8.   Gibt es eine Verbindung zu den LEONHARD-Familien in Oberschwaben?
 

9.   Wie eindeutig ist "Tanheim in Tyrol" dem Tannheim im Tannheimer Tal zuzuordnen?
 

10.               Gab es um 1650 LEONHARD in Tannheim bei Memmingen?
 

11.               Gab es um 1650 LEONHARD in Thanheim bei Hechingen?
 

12.               Gibt es verwandtschaftliche Beziehungen zu anderen LENHARD-Sippen in  der näheren Umgebung von Harsberg und eine gemeinsame Herkunft?
 

13.               Gibt es eine Verbindung von den LENHARD in Kollweiler ins Tannheimer Tal?
 

14.               Ist eine Herkunft aus der Schweiz und aus Frankreich auszuschließen?

 

Folgender Beitrag geht diesen und weiteren Fragen nach und versucht insgesamt über die Harsberger LENHARD-Sippe und in Teilen auch über weitere LENHARD-Sippen in den Regionen Westpfalz und Saarpfalz zu informieren.

Ob die "Stammheimat" der LENHARD jemals geklärt werden kann, ist sehr ungewiss. Längst sind nicht alle Archive ausgewertet, aber die Chance, ein Dokument zu finden, das etwas über die Herkunft des Friederich Leonardt aussagt, ist äußerst gering. Nur ein außerordentlicher Glücksfall kann helfen, der fast so selten wie ein 6er in Lotto wäre.



Folgender Beitrag enthält bewusst verschiedene Arbeitsthesen. Diese beruhen auf Auswertungen und Annahmen, ohne dass der wissenschaftliche Beweis für eine These erbracht werden kann. Daher sind diese Arbeitsthesen nur in dem vorhandenen Kontext zu sehen und sollten nicht als gesichertes Forschungsergebnis weiterverwendet werden. Die Arbeitsthesen mögen aber als Anregung dienen, nach Argumenten dafür oder dagegen zu suchen. Diese könnten helfen, mit neuen Ideen näher an die Lösung zu kommen.
Ich bitte daher um Ihre Mithilfe, damit gemeinsam ein besseres Ergebnis erreicht werden kann.

 

 

 

Vorwort zur Stammfolge:

Die vollständige Stammfolge mit den einzelnen Sippenmitgliedern und deren Lebensdaten sowie ergänzenden Anlagen ist sehr umfangreich und wurde als Kopie

zur Verfügung gestellt. Da sich ständig Ergänzungen und auch Korrekturen ergeben, ist der neueste Stand beim Verfasser zu erfragen.

 

 

Inhaltsübersicht

1. Einleitung

2. Familienname LENHARD

3. Der heilige Leonhard

4. LENHARD auf der Sickinger Höhe

5. Woher könnten die LENHARD stammen?

6. Merkmale der "Harsberger LENHARD-Sippe"

7. Bekanntere Mitglieder der "Harsberger LENHARD-Sippe" 

8. Stammreihe LENHARD ("Harsberger LENHARD-Sippe")

9. Beispiele von fremden LENHARD-Wappen (d. h. aus anderen Sippen)

10. Sippentag 1939

11. Nutzung der Stammfolge LENHARD

12. Informationsaustausch

 

 

 

1. Einleitung

Der Verfasser arbeitet seit über 40 Jahren an der Erforschung der Herkunft der LENHARD und der Erfassung aller zur Sippe gehörenden LENHARD/LENHART. Stammvater ist Friedrich LENHARD (LEONARDT), der nach der heutigen Quellenlage 1678 in die Pfalz nach Harsberg auf der Sickinger Höhe kam. Harsberg gehört heute zur Gemeinde Weselberg und zur Verbandsgemeinde Wallhalben und liegt etwa 9 km südlich von Landstuhl in der Pfalz.

Mit vorliegender genealogischer Zusammenstellung der Stammfolge LENHARD möchte der Verfasser den Interessenten einen Überblick über die Zusammenhänge und Personen der Sippe LENHARD ("Harsberger LENHARD-Sippe") geben und dabei über den aktuellen Stand der Forschungsarbeiten und offene Fragen informieren. Mit der Aufstellung von Arbeitsthesen und der Beschreibung von Annahmen und Vermutungen wird vom Verfasser bewusst der Bereich gesicherter Erkenntnisse verlassen. Diese Teile der Ausarbeitung sollen dem Leser die Schwierigkeit der Spurensuche zeigen und gleichzeitig ermuntern, ergänzende Belege oder Gegenbeweise zu suchen und mitzuteilen.

Die Zusammenstellung basiert in der ersten Version besonders auf dem 1936 geschriebenen Familienbuch von Otto LENHARD in Schifferstadt und ergänzendem Material besonders von Felix LENHARD in Pforzheim. Diese erste Zusammenstellung wurde schrittweise durch umfangreiche eigene Forschungsergebnisse ergänzt. Der Verfasser ist ständig mit der Auswertung neuer Quellen beschäftigt und auf der Suche nach unbekanntem Material zur Sippe LENHARD.

Die Forschung wird durch das Auffinden von Dokumenten geprägt und in kleinen Schritten vorangebracht:

·         Otto LENHARD hatte 1936 als älteste Quelle das Kirchenbuch von Kirchenarnbach, das 1706 beginnt.

·         Erst 1960 wurde von Otto Lindemer das Sickingische Amtsrelationsbuch mit einem Einwohnerverzeichnis von Harsberg von 1700 veröffentlicht.

·         In den 80er Jahren fand der Verfasser vorliegender Stammfolge den Stammvater Friedrich LENHARD als Trauzeugen im Jahr 1689 in Homburg und

·         im März 2001 erhielt er von Herrn Wendelin Petry in Hermersberg eine Kopie des Denombrement von 1681 mit der bisher ältesten urkundlichen Nennung eines LENHARD.

·         Ergänzend dazu erhielt der Verfasser 2003 von Dr. Gölzer einen Taufeintrag von 1682 mit der Frau des Friedrich Leonardt als Taufpatin.

·         Ebenfalls von Dr. Gölzer kam in 2004 ein Auszug aus dem Homburger Zehndt von 1677, der beweist, dass das Dorf Harsberg damals öde und unbewohnt war.

·         2005, in Zusammenhang mit der Suche nach der Herkunft der Sippe REICHEL, kam die Frage auf, ob die LENHARD nicht auch aus Oberschwaben, das im 17. Jahrhundert teilweise unter österreichischer Herrschaft war, stammen könnten.

·         2012: Die LENHARD im Tannheimer Tal kamen sehr wahrscheinlich aus dem Allgäu, einer Teilregion von Oberschwaben. Kamen auch unsere LENHARD aus dem Allgäu?

Abhängig von der Aktenlage sind die bisherigen Vermutungen, Annahmen und Arbeitsthesen immer wieder zu überprüfen und zu überarbeiten.

 

     Anfang des Denombrements der Herrschaft Landstuhl von 1681
 



2. Familienname LENHARD

Die heute vorherrschende Schreibweise des Familien- und Sippennamens ist LENHARD. Daneben gibt es heute in der Sippe einen Zweig (Reifenberger Ast) mit der Schreibweise LENHART. Auch die Schreibweise LENHARDT kommt heute vereinzelt vor.

In der Sippe bzw. durch die Pfarrer wurde der Familienname früher (vor 1800) sehr unterschiedlich geschrieben. Schon bei einzelnen Personen variieren die Schreibweisen. In der Stammfolge werden unterschiedliche Schreibweisen, soweit erfasst, dokumentiert. Folgende Schreibweisen kommen vor:

LEONARDT (bei der ersten urkundlichen Nennung 1681), LEONHARD (bei der zweiten urkundlichen Nennung 1682),  LEONARD,  LEONHARDT,  LEONHART,  LEHNHART, LENERT,  LEINERT,  LENHARD,  LENHARDT,  LENHART,  LIENHARD,  LINHARD,  LINHARDT,  LIENNERT, LÖHNHARD,  LÖNHARD,  LÖNHART.

Der Name LENHARD (u. a. Schreibweisen) kommt jedoch nicht nur in "unserer Sippe" sondern in etlichen weiteren Sippen in der Westpfalz und im angrenzenden Saarland vor. Auch unter den Schweizer Einwanderern in den Westrich nach dem 30-jährigen Krieg ist der Name mehrfach anzutreffen.

Der Familienname LENHARD ist aus dem Vornamen Leonhard, was "stark wie ein Löwe" bedeutet, hervorgegangen. Nach dem "Deutschen Namenlexikon" von Hans Bahlow ist der Name Leonhard(t) eine romanisch-germanische Zwitterbildung aus lateinisch leo "Löwe" und germanisch hard "kühn". LIENHARD ist die alemannische Schreibweise. Zu Leonhard sagt man iIm Allgäu noch heute Lenhard oder Leanhard.  

Auffällig ist, dass der Familienname LENHARD/LEONHARD besonders häufig in Gegenden mit dem Ort St. Leonhard vorkommt, z. B. im Odenwald bei dem Wallfahrtsort St. Leonhard bei Falken-Gesäß oder im Tannheimer Tal in Tirol bei St. Leonhard.

Die Häufigkeit des Familiennamens LENHARD lässt darauf schließen, dass in der Zeit der Bildung der Familiennamen im 16. Jh. und früher viele voneinander unabhängige LENHARD-Sippen entstanden sind. Damit ist die Zuordnung einzelner LENHARD-Vorkommen zu "unserer Sippe" oft völlig unmöglich.

Folgende Karte von Deutschland mit der geografischen Verteilung der Namen LENHARD und LENHART zeigt, dass der Familienname einerseits relativ selten vorkommt (1621 Einträge im Telefonbuch von 2002) und andererseits in Süddeutschland in fast allen Regionen verbreitet ist. Die Häufung in der Westpfalz enthält keinerlei Hinweis auf die "Stammheimat" der LENHARD. Die Darstellung wurde mit dem Programm Geogen (siehe Link auf meiner Link-Seite) erzeugt.

 

     Namensverteilung von LENHARD / LENHART im Jahr 2002
 

 

 

Interessant ist die Auswertung der Namensschreibweisen - auch mit Geogen - für Deutschland auf Basis des Telefonbuches von 2002.

In folgender Übersicht ist neben den Treffern die Region mit dem relativ (pro 1 Mio. Einwohner) oder absolut  höchsten Vorkommen genannt:

 

1. Leonhardt,    4415 Treffer,        sehr stark im südlichen Sachsen;
                                                         relativ im Vogtlandkreis 630 Treffer pro 1 Mio. Einwohner, absolut 184 Treffer in Stadt Berlin

2. Lehnert,        3775 Treffer,        740. Platz der häufigsten Namen in Deutschland,
                                                         südl. Sachsen, westl. Saarland, Moselraum;
                                                         rel. Landkreis Bernkastel-Wittlich mit 489 Treffer pro 1 Mio. Einwohner, absolut 119 Treffer in Stadt Berlin 

3. Leonhard,     1324 Treffer,        rel. 355 Treffer pro 1 Mio. Einwohner im Landkreis Birkenfeld, absolut 40 Treffer in Stadt München

4. Lenhardt,        872 Treffer,        in 209 Landkreisen, rel. 363 Treffer pro 1 Mio. Einwohner im Landkreis Kaiserslautern und absolut 53 Treffer
                                                          im Landkreis Offenbach

5. Lenhart,         841 Treffer,        in 218 Landkreisen, rel. 302 Treffer pro 1 Mio. Einwohner im Landkreis Kitzingen, absolut 27 Treffer
                                                           im Landkreis Kitzingen

6. Lenhard,       780 Treffer,         in 207 Landkreisen, rel. 342 Treffer pro 1 Mio. Einwohner im Landkreis Südwestpfalz, absolut 37 Treffer
                                                            im Landkreis Saarpfalz-Kreis

7. Leonard,        165 Treffer,        Nordrhein-Westfalen und Greifswald, rel. 56 Treffer pro 1 Mio. Einwohner in der Stadt Greifswald,
                                                            absolut 8 Treffer in der Stadt Mainz

8. Leonhart,        122 Treffer,        rel. 126 Treffer pro 1 Mio. Einwohner im Kreis Südliche Weinstraße,
                                                            absolut 14 Treffer im Kreis Südliche Weinstraße

9. Leonardt,          12 Treffer,        in 12 Landkreisen, z. B. Hochtaunuskreis, je 1 Treffer

 

Was kann man aus diesen Auswertungen ableiten? Die große Streuung bei den Namensvorkommen sowie die verschiedenen Schreibweisen helfen wenig bei der Suche nach der "Stammheimat" unserer LENHARD. Eine "heiße Spur" ist nicht zu erkennen. Oder?

 

 

3. Der heilige Leonhard

Nach Bahlow ist der heilige Leonhard der Patron der Landleute und der Pferde (vgl. den Leonhardi-Umritt in Bayern).


Nach dem Brockhaus war der heilige Leonhard ein Einsiedler des 6. Jahrh. und lebte bei Limoges; wird besonders als Viehpatron angerufen.
In der "Goldenen Legende" von 1904 (ein kath. Buch mit der Geschichte der verschiedenen Heiligen) erfährt man mehr (von dem Verfasser durch historische Daten etwas ergänzt):
Der heilige Leonard war der Sohn eines fränkischen Edelmannes; Taufpate war König Chlodwig (gestorben 511). Leonard wurde vom hl. Remigius (Bischof von Reims von 458 bis 533) getauft, erzogen und zum Priester geweiht. Leonard lebte als Einsiedler und später als Abt bei Orleans. Er starb am 6. November 559. Der 6. November ist auch der Namenstag des Heiligen. Der hl. Leonard ist der Schutzpatron gegen Krankheiten der Haustiere, besonders der Rinder und Pferde.

Noch mehr ist über den Heiligen im Ökumenischen Heiligenlexikon im Internet unter www.heiligenlexikon.de zu erfahren. Dort wird er "Leonhard von Noblat (von Limoges)" genannt. Aus dieser Quelle stammt auch folgendes Bild, das ein Glasfenster in der Leonhardskirche in Basel mit dem Heiligen zeigt. Er wird als Mönch oder Abt mit Kette, als Zeichen für die Befreiung von Gefangenen, dargestellt.

 

 

     Leonhard von Noblat in der Leonhardskirche in Basel
 

 

Leonhard wurde seit dem 11. Jahrhundert besonders in Bayern verehrt, über 150 Wallfahrten fanden unter seinem Namen statt, auch heute gibt es noch über 50 Leonhardi-Wallfahrten.

Auf der Homepage der katholischen Pfarrei St. Leonhard Inchenhofen findet man ergänzende Daten:

Der hl. Leonhard zählt zu den meistverehrten Heiligen in Süddeutschland, Österreich und Südtirol. Hier ist er auch einer der Vierzehn Nothelfer. Seine Lebensgeschichte wurde im 11. Jahrhundert aufgezeichnet: In der Historia des Ademar von Chabannes. Damals hatte seine Verehrung eine Intensität erreicht, die es der Kirche notwendig erscheinen ließ, die Lebensdaten Leonhards zu sammeln. Der Bischof von Limoges hatte seinen Amtskollegen in Chartres um Informationen über Leonhard gebeten und dabei folgende Auskunft erhalten:

Leonhard wurde in der Provinz Gallien geboren, in der Nähe von Limoges im heutigen Zentralfrankreich. Sein Taufpate war der Frankenkönig Chlodwig (gest. 511). Die Eltern Leonhards kamen aus einer weit verzweigten königlichen Familie.

Das waren die ersten Nachforschungen. Auf diese Aufzeichnungen Ademars beruhen auch alle späteren Lebensbeschreibungen.

Eine der schönsten Fassungen der Legende geht zurück auf Jacobus de Voragine (gest. 1298), Dominikanermönch und Erzbischof von Genua. Diese Legenda aurea diente als Grundlage für die Fresken der Inchenhofener Wallfahrtskirche. Jacobus de Voragine berichtet von vielen Wundern, die sich nach Leonhards Tod ereignet haben.

Folgende Figur des hl. Leonhard steht am Hochaltar in Inchenhofen dürfte aus der Zeit um 1623 stammen. Der Schöpfer dieser hervorragenden Sitzfigur dürfte der Weilheimer Philipp Dirr sein.

 

 



    Der heilige Leonhard in Inchenhofen


 


  Der eigentliche Leonhardskult begann erst im 11. Jahrhundert nach der Erhebung seiner Reliquien. Von Frankreich aus verbreitete er sich rasch nach Osten und Süden. In der Diözese Augsburg findet sich ein erster Hinweis für seine Verehrung bereits im Jahre 1010: Durch einen Eintrag im Heiligenkalender. Um 1150 findet sich Leonhards Lebensgeschichte in Heiligenviten zahlreicher bayerischer Klöster.

Die schnelle Verbreitung der Leonhardsverehrung hängt wohl auch mit den Kreuzzügen zusammen: Leonhard war als Patron der Gefangenen von besonderer Bedeutung. Daraus und aus seiner Lebensbeschreibung entwickeln sich alle anderen Patronate.: Patron der Gebärenden, Patron der Geisteskranken ( auch sie wurden früher in Ketten gehalten), Patron all derer, die "in mancherlei Bande verstrickt sind" und schließlich Patron der Tiere, vor allem der Pferde und des Hornviehs. Als Viehpatron wird Leonhard in Bayern zum "Bauernherrgott" - zum Helfer in allen Situationen bäuerlichen Lebens.

 

 

 

4. LENHARD auf der Sickinger Höhe

Bis heute hat der Verfasser keinen Hinweis, dass die LENHARD schon vor dem 30-jährigen Krieg auf der Sickinger Höhe ansässig gewesen seien. Seit den Pest- und Hungerjahren ab 1635 waren die meisten Dörfer in der Westpfalz zerstört und völlig entvölkert. Die Wiederbesiedlung erfolgte nach dem Kriegsende im Jahr 1648 nur sehr langsam im Laufe mehrerer Jahrzehnte. Viele Neusiedler gaben bald wieder auf und blieben nur kurz.
Die LENHARD kamen nach Harsberg wie viele andere Familien, die in die entvölkerten Dörfer in der Umgebung kamen.

 
Ein gutes Bild über die Situation in der Herrschaft Landstuhl, die Wiederbesiedlung, die Familien usw. gibt das Denombrement von 1681. Hierin wird klar dokumentiert, dass die LENHARD schon 1678 nach Harsberg kamen.

Wörtlich heißt es in diesem für unsere Sippe äußerst wichtigen Denombrement von 1681:
 

"Das Dorf Harsberg
Hat währendem Krieg wüßt und öde gelegen
vor 3 Jahren sind da eingezogen nachfolgende
Unterthanen mit sicheren Jahren Freyheit als
Thomas Reichel
Theodatus oder Friederich Leonardts."


    Harsberg im Denombrement der Herrschaft Landstuhl von 1678
 

 

Zur Wiederbesiedlung von Harsberg - das schon 1479 in einem Gültverzeichnis genannt wurde und 1635 unterging - siehe auch den speziellen Beitrag "Wiederbesiedlung von Harsberg nach dem Dreißigjährigen Krieg" aus der Feder des Verfassers und publiziert auf seiner Homepage.

www.mueller-heppenheim.de/harsberg.htm

 

Eine weitere, wichtige Nennung der LENHARD in Harsberg erhielt der Verfasser im  Mai 2003 von Dr. Bernd Gölzer:

Den 17 t: sept: [1682] ein Kind zu Bann get: gebohren den 13. Abends umb 9 uhr; deßen Eltern seind Hans Velten Wagener u: Anna Maria. Die Gefattern: Friederich Leonhards von Haarsberg Haußfr: Elisabeth. It: Hans Jörg Jungen daselbst Haußfr: Elisabeth. It: Henrich Wageners Haußfr: Anna Maria. It: Hanß Jörg Krämer von Landstuhl. It: Nicolauß der Welsche von Kingsbach - ist genent Maria Elisabetha.
Quelle: Luth. KB Landstuhl 1669-1709, S. 32/3.

 

Waren die LENHARD 1682 und vorher lutherisch?

Sicher ist, dass Friedrich LENHARD 1689 als Trauzeuge in Homburg katholisch war. Ob er eine lutherische Frau hatte, ist aus dem Taufakt im lutherischen Kirchenbuch nicht ersichtlich, aber denkbar. War Friedrich LENHARD 1682 selbst lutherisch? Auch dies ist offen. Ebenso ist offen, ob er unter herrschaftlichem Druck die Religion wechselte. Nach Mitteilung von Dr. Gölzer wurde das lutherische Kirchenbuch von Landstuhl möglicherweise als Amtskirchenbuch geführt und enthielt alle Taufen unabhängig von der Religion. Unklar ist jedoch, ob in diesem Falle bei Personen, die nicht lutherisch waren, ein Kommentar mit der anderen Religion zu erwarten wäre.

Zu beachten ist, dass die Herrschaft Landstuhl damals in einer starken Phase der Rekatholisierung war. 1683 soll in Landstuhl schon kein evangelischer Untertan mehr gewohnt haben. Die Jahrzehnte davor waren durch ständige Wechsel zwischen katholischer und lutherischer Konfession geprägt. U.a. hatte Kurfürst Karl Ludwig von der Pfalz, der selbst calvinistisch war, 1668 die katholische Konfession in der Herrschaft Landstuhl verboten. 1669 wurde sowohl Katholiken als auch Protestanten die Religionsfreiheit gewährt. Ab 1675 wurden die Lutheraner zunehmend bedrängt.

Politisch gehörte Harsberg damals zum Großgericht der Freiherren von Sickingen und Schauerberg zum Kleingericht der Sickinger. Kirchlich gehörten Harsberg und andere Dörfer der Umgebung seit 1691 zur wiedererstandenen Pfarrei Horbach, wurden aber auch von Kirchenarnbach aus verseelsorgt.

Die LENHARD waren seit 1689 durchweg katholisch. Sollte ausgerechnet der Stammvater die Religion gewechselt haben? In Anbetracht der vermuteten - aber unbewiesenen - Herkunft aus dem österreichischen Alpenraum ist zuerst einmal davon auszugehen, dass Friedrich LENHARD von Geburt an katholisch war.

 

Quellenlage

Die Quellenlage ist für die Sickinger Höhe vor 1700 sehr schlecht und die Suche nach Sippenmitgliedern wird durch die Häufigkeit des Familiennamens zusätzlich erschwert. Über die Herkunft könnten sowohl die Archive der Grafen von Sickingen als auch die Kirchenbücher der Pfarreien der Umgebung Informationen liefern.

Das Archiv der Grafen von Sickingen, speziell das der Freiherren von Sickingen zu Hohenburg, die 1680 bei der Teilung der Herrschaft Landstuhl das Großgericht mit Harsberg erhielten, ist größtenteils verschollen oder vernichtet. In einem wiederentdeckten sickingischen Amtsrelationsbuch wird Friedrich LEONHARDT (LENHARD) im Jahr 1700 als
Losbauer (d. h. dem ein Los zugeteilt wurde) in Harsberg im Großgericht genannt. Die LENHARD scheinen eine große Familie gewesen zu sein, da sie 2 Lose bei der Zuteilung erhielten. Diese Nennung im Jahr 1700 ist die vierte urkundliche Nennung eines LENHARD in dem Großgericht. Friedrich LEONARD aus "Hasberg" wird bereits am 22.05.1689 in
Homburg als Trauzeuge genannt (Quelle: Kath. Kirchenbuch von Homburg/Saar). Der Verfasser ist überzeugt, dass Hasberg mit Harsberg identisch ist. Diese dritte urkundliche Nennung ausgerechnet in Homburg regt zu Vermutungen an: Ist er mit denjenigen Homburger LENHARD, die nachweislich (mit hoher Wahrscheinlichkeit, ohne zweifelsfreien Beweis) aus dem Tannheimer Tal in Tirol stammen, verwandt?

 
 

     Territoriale Zersplitterung der Westpfalz im Jahr 1789
(Auszug aus der Kartensammlung von Thomas Höckmann, siehe Link-Seite)

 

Die Kirchenbücher der katholischen Pfarreien um Harsberg reichen nicht weit genug zurück, um über die ersten LENHARD eine verlässliche Information zu geben. Harsberg gehörte bei Beginn der Wiederbesiedlung zur Pfarrei Landstuhl und ab 1691 bis 1706 zur Pfarrei Horbach. 1706 wurde Kirchenarnbach eine eigene Pfarrei und Harsberg und Schauerberg kamen zu dieser Pfarrei. Die Kirchenbücher von Horbach reichen nur bis 1710 zurück. Die Kirchenbücher von Kirchenarnbach beginnen 1706, enthalten aber in den ersten Jahren nur sehr dürftige und zum Teil widersprüchliche Angaben. In Landstuhl beginnen die erhaltenen katholischen Kirchenbücher 1696, in Maßweiler 1728 und in Nünschweiler 1753. Für die besonders interessante Zeit vor 1706 sind die relevanten Kirchenbücher verloren gegangen.

Damit ist die Quellenlage um 1700 und früher sehr schlecht und es bleibt nur die Hoffnung auf einen Zufallsfund, um die Herkunft der LENHARD zweifelsfrei zu klären.

 


 

5. Woher könnten die LENHARD stammen?

Kamen unsere LENHARD aus der näheren Umgebung, aus der Schweiz, aus Tirol, aus Oberschwaben oder aus dem Krummen Elsass oder Lothringen oder von wo ganz anders her? Diese Frage beschäftigt den Verfasser seit Beginn seiner Forschung. Da es bisher keine klaren Beweise für eine der verschiedenen Herkunftsregionen gibt, kann hier nur der heutige Stand der Erkenntnisse aufgezeigt werden mit der Hoffnung, dass ein Zufallsfund hilft, das Rätsel zu lösen.

Zu den möglichen Herkunftsregionen und den Kenntnissen des Verfassers mehr Information:

 

5.1. Herkunft aus der Schweiz?

Nach Erzählungen von Verwandten wird in der Familie die Vermutung, dass die LENHARD aus der Schweiz kamen, überliefert. Auch Pater Bernhard LENHART aus Reifenberg hielt in den 30iger Jahren die Herkunft aus der Schweiz für sehr wahrscheinlich, da St. Leonhard der Schweizer Nationalheilige ist. Dies wird schon im Familienbuch von Otto Lenhard als ein schwaches Argument bewertet, da auch für Lothringen zutreffend.
Sicher ist, dass einige Familien mit den Namen LENHARD, LEONHARD usw. in den Zweibrücker Raum kamen. Diese Familien stammten meist aus dem Aargau und waren durchweg reformiert. Diese Familien kamen fast alle nach 1700 in die West- und Südpfalz.
Quellen:
1.) "Schweizer Einwanderer im Westrich 1650 - 1750";
2.) "Schweizer (Einwanderer) in der Vorder- und Südpfalz";
3.) "Schweizer (Einwanderer) in der Südwestpfalz".

Auch im Krummen Elsass, das für unsere LENHARD eine besondere Rolle zu spielen scheint, gibt es LENHARD, die aus der Schweiz zuwanderten: 1694 in Struth, 1714 in Mackweiler.

Die Religion der Schweizer Einwanderer spricht eher gegen eine Herkunft "unserer" LENHARD aus der Schweiz.
Bisher fand der Verfasser nicht eine einzige Verbindung "unserer" LENHARD zu diesen reformierten LENHARD (siehe Anlagen 7 und 14). Weder der Einwanderungszeitpunkt, noch Paten und Vornamen geben Anhalte für eine Verbindung.

Das "Familiennamenbuch der Schweiz" (im Internet, siehe Linkseite meiner Haupt-Homepage) zeigt die Familien "die 1962 in einer schweizerischen Gemeinde das Bürgerrecht besaßen" und das Jahr oder den Zeitraum der Einbürgerung. Eine Auswertung dieser Quelle ergibt, dass vor 1800 in folgenden Orten LENHARD (oder ähnlich) als Bürger wohnten:

LENHARD im Kanton Bern in der Gemeinde Thayngen

LENHARDT, keine Vorkommen

LENHART, keine Vorkommen

LEONARD, keine Vorkommen

LEONHARD im Kanton GR in der Gemeinde Schiers

LEONHARD im Kanton ZH in der Gemeinde Wallisellen

LEONHARD im Kanton ZH in der Gemeinde Wettswil am Albis

LIENHARD im Kanton AG in der Gemeinde Brittnau

LIENHARD im Kanton AG in der Gemeinde Buchs

LIENHARD im Kanton AG in der Gemeinde Holziken

LIENHARD im Kanton AG in der Gemeinde Suhr

LIENHARD im Kanton AG in der Gemeinde Uerkheim

LIENHARD im Kanton AG in der Gemeinde Vordemwald

LIENHARD im Kanton AR in der Gemeinde Herisau

LIENHARD im Kanton AR in der Gemeinde Schwellbrunn

LIENHARD / LIENHART im Kanton ZH in der Gemeinde Bassersdorf

LIENHARD im Kanton ZH in der Gemeinde Freienstein-Teufen

LIENHARD im Kanton ZH in der Gemeinde Rorbas

LIENHARD im Kanton ZH in der Gemeinde Stadel

LIENHARDT im Kanton BE in der Gemeinde Frutigen

Spricht diese Verbreitung der LENHARD, LIENHARD für eine Herkunft aus der Schweiz oder dagegen?

Sprechen alle Vorkommen und die Religion eher gegen eine Herkunft aus der Schweiz?

Arbeitsthese 1: Die Herkunft unserer LENHARD aus der Schweiz scheint wenig wahrscheinlich.


 

5.2. Herkunft aus Tirol oder Vorarlberg?

Gut möglich ist die Herkunft der LENHARD aus Tirol. Dafür gibt es einige Anhaltspunkte:

a) Besonders zwischen 1680 und 1700 kamen eine größere Zahl von Familien aus Tirol in die entvölkerte Westpfalz, besonders in die katholischen Regionen wie auch in den Landstuhler Raum. Darunter sind auch Familien, zu denen die LENHARD engen Kontakt hatten, z.B. KEßLER, REICHEL.

b) 1678 kamen zwei Familien nach Harsberg: Die REICHEL und die LENHARD. Bei den REICHEL ist bekannt, dass sie aus Tirol (In welchen Grenzen?) stammen. Der Herkunftsort "Waldtsee" ist noch nicht lokalisiert. Könnte es Bad Waldsee sein, das zu Vorderösterreich gehörte, welches zeitweise mit Tirol vereint war? Kannten sich beide Familien aus Tirol?

c) Ein Teil der Homburger LENHARD hat mit hoher Wahrscheinlichkeit seine Herkunft aus dem Tannheimer Tal in Tirol (siehe www.Mueller-Heppenheim.de/tannheim.htm mit weiteren Informationen). Dort sind LENHARD-Vorkommen schon um 1560 - vielleicht auch schon 1427 -  nachweisbar. Unklar ist an dieser Stelle, wie ein Eintrag im Untertanenverzeichnis von 1427 (identisch mit dem Feuerstättenverzeichnis) zu verstehen ist. Dort werden "Lenhart auf der Hald, sein weib vnd kind: Hennsl, Anna, Els, Elli“ genannt. In dem Verzeichnis sind üblicherweise die Vor- bzw. Taufnamen und die Sippennamen der Väter angegeben. Damals waren jedoch einige Familiennamen noch im Entstehen und nicht fest im Gebrauch und in der Verwaltung verankert. Daher bleibt die Frage:

Ist Lenhart ein Vornamen und „auf der Hald“ der Sippennamen oder ist dieser Lenhart der Stammvater der Tannheimer LENHARD?

 

     Auszug aus dem Tiroler Untertanenverzeichnis von 1427
(erhalten von Prof. Dieter Zobl)

Abhängig von der aufgezeigten Fragestellung kommt man zu der Frage, ob die LENHARD schon 1427 im Tannheimer Tal waren oder erst nach 1427 in das Tannheimer Tal kamen. Es ist auf jeden Fall anzunehmen, dass sie schon vor 1427 oder spätestens vor 1560 aus dem angrenzenden Allgäu bzw. aus Oberschwaben in das Tannheimer Tal kamen.

 

 

Der Grabstein der Anna LINHARTE von 1636 an der Pfarrkirche von Schattwald lässt vermuten, dass die Familie damals eine gewisse Bedeutung in dem Tal hat. Heute gibt es den Namen LENHARD nicht mehr in dem Tannheimer Tal. 

 

Grabstein der Anna LINHARTE von 1636 an der Außenwand der Pfarrkirche von Schattwald im Tannheimer Tal
(Archiv H. Müller, 2012)

 

Die vermutete, aber unbewiesene Verwandtschaft der Harsberger mit den Homburger LENHARD könnte für eine Herkunft unserer Sippe aus Tirol sprechen. Ein Hinweis auf diese Verwandtschaft könnte sein, dass ein Sohn des aus Tannheim stammenden und in Homburg lebenden Georg LENHARD die Vornamen Johann Friedrich (wie der vermutete Harsberger Onkel) erhielt, obwohl der Taufpate Johann Franz hieß.
Ein weiterer Hinweis dafür, dass zwischen den Harsberger und Homburger LENHARD eine engere Beziehung bestehen könnte, könnte das Vorkommen des Namens SCHWAN in zwei Heiratsurkunden sein:

> Georg LEONERT oo 1684 in Homburg Christine SCHUANERINE.

> Jacob SCHUANE, stellvertr. Bürgermeister von Landstuhl, ist 1689 zusammen mit Friedrich LEONARD
aus Harsberg Trauzeuge in Homburg.

> Ein Jakob Schwan wird 1681 im Denombrement der Herrschaft Landstuhl als Unterthan in Bann genannt.

Der Namen SCHUAN = SCHWAN kommt in dieser Zeit nicht weiter im Kirchenbuch von Homburg vor.
Im Krummen Elsass kommt der Name SCHWAN vor 1700 nur  in Ingweiler 1636 vor.

d) Die Tiroler Einwanderer waren zu einem erheblichen Teil Bauhandwerker und katholisch. Für die Herkunft unserer LENHARD aus Tirol könnte sowohl die katholische Religion als auch der bei den LENHARD häufig vorkommende Vornamen Georg sprechen, der auch im damaligen Tirol häufig zu finden war.

e) Herzog Karl IV. von Lothringen, war anscheinend (noch näher zu erforschen) Herrscher von Lothringen und Teilen von Tirol. 1680 wird "Erzherzog Karl von Lothringen , Gubernator der oberösterreichischen und vorderösterreichischen Lande" in Tannheim in Tirol genannt (S. Hölzl, Die Gemeindearchive des Bezirkes Reutte, Innsbruck1997). Die Lothringer besetzten zudem die Homburger und Landstuhler Gegend bis 1669. Hat dieser Herzog seine Tiroler Untertanen zur Umsiedlung nach Lothringen und in die Pfalz ermuntert? Dieser Frage muss noch nachgegangen werden.

f) Im kath. KB von Glan-Münchweiler wird 1686 Benedict LEHNERT (LENHARD) aus Bristorf in Austria genannt. Der Herkunftsort ist bisher nicht lokalisiert und eine Verwandtschaft zu den LENHARD-Sippen in der Westpfalz ist bisher nicht gefunden worden.

 

Abgesehen von dem Tannheimer Tal ist eine Herkunft unserer LENHARD aus Tirol wenig wahrscheinlich, da der Familienname in Tirol im 15. Jahrhundert gering verbreitet war.

Das Tiroler Untertanenverzeichnis enthält nur wenige LENHARD-Vorkommen:

Stams:                                                                       Lenhartin

Grins im Gericht Stams:                                         Lienhart

Pratt (Prad) im Gericht Prutz, Nauders, Glurns:       Lienhart

Latsch im Vintschgau, Gericht Schlanders:             Lienhart

Lana, Landgericht Meran, Lana:                            "bei dem Lienhard auf Gagers"

Bei der Grabensteuer im Landgericht Kufstein werden 1480 in Wörgl und Umgebung genannt:

Wörgl:           

Linhart der Vater

Leonhard

Linhartin



 

Arbeitsthese 2: Es gibt eine verwandtschaftliche Beziehung zwischen den Harsberger und Homburger LENHARD.

Arbeitsthese 3: Die Homburger LENHARD stammen aus dem Tannheimer Tal in Tirol.

Arbeitsthese 4: Die LENHARD hatten enge Beziehungen zu Tiroler Einwanderern.

 


 

5.3. Herkunft aus Oberschwaben?

Gut möglich ist die Herkunft der LENHARD aus Oberschwaben als österreichisches Gebiet und zu "Tirol" im weiteren Sinn gehörend. Dafür gibt es einige Anhaltspunkte:

Thomas REICHEL kam 1678 nach Harsberg. Er soll aus "Waldtsee" in Tirol stammen. Ein Blick ins Telefonbuch zeigt, dass 2005 in Bad Waldsee und im Umkreis von 50 km etwa 80 REICHEL einen Telefonanschluss der Telekom haben. Vorkommen gibt es verstärkt in Bad Saulgau, Biberach und Leutkirch. Dies könnte ein Hinweis darauf sein, dass Bad Waldsee das gesuchte "Waldtsee" ist. Diese Region war im 17. Jahrhundert österreichisch und konnte - etwas großzügig - zu Tirol gezählt werden. Sucht man in der gleichen Region nach LENHARD, LEONHARD, LENHART, LEONHART und LEONHARDT, so kommt man auf 35 Treffer im Umkreis von 25 km um Bad Waldsee und 135 Treffer in einem Umkreis von 50 km. Das heißt zwar nicht, dass im 17. Jahrhundert in dieser Region auch schon LENHARD waren, aber dieser Frage muss nachgegangen werden.

Auffällig ist auch, dass im 17. Jahrhundert ZOBEL in dieser Region vorkommen, die ja auch im Tannheimer Tal vorkommen und mit den LENHARD im Tannheimer Tal eng verbunden sind.

 

Die "Ortsgeschichte von Aichstetten" (2005 im Internet) enthält folgenden Eintrag:

1617
Totschlag mit Sühnebuße. (noch abschreiben) Michael Geiger, wolfeggischer Müller in der Riedmühle "vigor Constanzischer Comission" büßt öffentlich seinen an Jeremia Lehner, ehemaliger Jäger zu Hayggen (Haidgau) begangenen Totschlag.

Ist dieser LEHNER ein LEHNERT oder LEONHARD?

 

Ungeklärt ist bisher, wieweit Tannheim bei Memmingen um 1680 als "Tiroler" Gebiet angesehen wurde und ob um 1650 in diesem Ort LEONHARD wohnhaft waren. Diese Spur ist noch weiter zu verfolgen.

 

Das Buch "Der Bezirk Reutte - Das Außerfern" enthält einen Beitrag, der aufzeigt, dass die Besiedlung des Außerfern, konkret des oberen Lechtales und des Tannheimer Tales durch Bodensee-Alemannen erfolgte. Die zweite Besiedlungswelle war im 13. Jahrhundert. Im Tiroler Untertanenverzeichnis von 1427 ist „Lenhart auf der Hald“ genannt. Es fehlt der Beweis, dass er der Stammvater der LENHARD im Tannheimer Tal ist. Unklar bleibt damit, ob die LENHARD vor oder nach 1427 in das Tannheimer Tal kamen.

In der "Mannschaftsbeschreibung im Gericht Ernberg, was von 18 bis 60 Jahr alt de Anno 1624" (die mir freundlicherweise von Herrn Professor Zobl aus Zürich zugeschickt wurde) findet man 6 LENHARD:

Georg Lienhart, Staig, 24 Jahre alt
Christian Leonhart, Schattwald, 48 Jahre alt
Hannß Leonhart, 42 Jahre alt, Zöblen
Georg Leonhart, 32 Jahre alt, Zöblen
Caspar Leonhart, 27 Jahre alt, Staig
Hannß Leonhart, 38 Jahre alt, Fricken

Daraus kann geschlossen werden, dass die LENHARD vor 1624 ins Tannheimer Tal kamen. Professor Zobl ist sich (2012) ziemlich sicher, dass die LENHARD - wie der Großteil der Tannheimer Bevölkerung - aus dem Allgäu eingewandert sind. Diese Annahme wird gestützt durch Vorkommen von LENHARD im Allgäu. Nach A. Weitnauer gab es 1650 im Gericht Oberstdorf folgende LENHARD-Vorkommen:

Matheis Linharts Witwe
Hans Lenhart
Hans Lienhart
David Lienhardt

Andere Allgäu-Gemeinden müssen nun gezielt nach LENHARD durchgesehen werden!

 

Die Bändchen von Alfred Weitnauer "Alte Allgäuer Geschlechter" enthalten etliche LENHARD-Vorkommen, die die Vermutung nähren, dass unsere LENHARD aus dem Oberallgäu stammen könnten:

Stift Kempten 1640:

Pfarrei Ebersbach, Neuenried:    

Hans Lienhardt, 2 Kühe.

 

Allgäuer Mannschafts- und Bewaffnungslisten des 16. und 17. Jahrhunderts:

Oberstdorfer Pfarr 1536:

            Hans Lienhart

 

Burger Pfarr 1536:

            Hans Lienhart, 1 spies und 1 krebs

 

Oberstdorff 1550:

            Hans Lienhart 1 spieß

 

Mospach, Ried und Otacker Pfarr:

            Steffa Lenhart 1 spieß

 

Gericht Wertach, Wertach:

            Paule Lienhart

            Matheus Lienhart

 

Gericht Obersttorff 1613:

            Hans Leonhart 57 jar, Hellenpartier

            Martin Leonhart 24 jar, Hellenpartier

            Michel Leonhart des Hansen son 25 jar, Hellenpartier

 

1688 Obersttorffische Mannschafft. Fünffte Corporalschafft: 42 Man.

            Melchior Lenhardt L

            Michael Lenhardt B

 

 

 

 

 

Arbeitsthese 5a: Die LENHARD könnten wie die REICHEL aus Oberschwaben, aus der Region um Bad Waldsee, stammen.

Arbeitsthese 5b: Die LENHARD könnten aus dem Allgäu, einer Teilregion von Oberschwaben, stammen.

 

 

Herrschaftsverhältnisse in Oberschwaben im Jahr 1789
(Auszug aus der Kartensammlung von Thomas Höckmann, siehe Linkseite)

 

 

5.4. Herkunft aus dem Krummen Elsass und angrenzenden lothringischen Gebieten?

Im Taufeintrag von Johann Heinrich LEONHARD (siehe IId der Stammfolge) vom 23. April 1710 im Kirchenbuch von Kirchenarnbach ist angegeben, dass die Eltern aus Finstingen im Herzogtum Lothringen (heute 57930 Fénétrange, ca. 40 km südlich von Saargemünd) zugezogen sind. Weitere Informationen gibt es nicht. Nachfragen zu Fénétrange waren bisher erfolglos.

Finstingen hat 2007 nur noch 708 Einwohner.  Zwischen Saarburg und Saar-Union an der Saar gelegen war es im Mittelalter eine befestigte Stadt und Sitz der Herrschaft Vinstingen. Das Schloss ist noch erhalten und 2010 frisch renoviert. Finstingen kam 1766 an Frankreich.

 

     Fénétrange (Finstingen, Vinstingen) im April 2010

 

Dr. Hein, der das Krumme Elsass erforscht hat, hat auch die ev.-luth. KB von Vinstingen (ab 1603) ausgewertet. LEONHARD o.ä. kommen darin nicht vor.

Interessanterweise gibt es bei Finstingen eine Wüstung St. Leonhard (Quelle: Familienbuch von Otto Lenhard).

Bei der Taufe von Georg Jacob LENHARD am 8.1.1765 in Höheinöd wird "Wilhelm LEONHART, Rektor (?) der Pfarrei Wolfkirchen bei Bockenheim" als Pate genannt. Wolfskirchen und Bockenheim liegen nur wenige Kilometer von Finstingen entfernt. Zufall? Eine Verbindung der Höheinöder LENHARD zu unserer Sippe ist bisher nicht bewiesen und scheint es auch nicht zu geben.
Die Unterlagen von Dr. Hein zum Krummen Elsass enthalten keinen Wilhelm LEONHART in Wolfskirchen und der Titel "Rektor" führte bei Dr. Hein  nur zur Verwunderung.
Aber: Das kath. KB von Eschweiler (nur wenige Kilometer von Wolfskirchen entfernt liegend) enthält "LEONHARD, Wilhelm Peter, kath. Pfarrer, Eschweiler, † 26.07.1782". Quelle: CDs mit Familienbüchern von Dr. Hein.

Die vorgenannten Punkte waren der Anstoß für die weitergehende Suche nach vermuteten Beziehungen unserer LENHARD zum Krummen Elsass und zu angrenzenden lothringischen Gebieten.
Das Krumme Elsass ist keine historisch fest abgegrenzte Region sondern heute mehr der Namen für eine Ausbuchtung des Elsass in das lothringer Gebiet.
Das "Krumme Elsass" oder auch "Heckenland" bezeichnet die Grafschaft Nassau-Saarwerden,
zusammen mit der ehemaligen Grafschaft Lützelstein, sowie einigen anderen kleineren Herrschaften. Bockenheim heißt heute Saarunion bzw. Sarre-Union.

Im Krummen Elsass in der Nähe von Finstingen gibt es zwischen 1600 und 1720 mehrere LENHARD-Familien. LENHARD gab es in folgenden Orten, in Klammer Vorkommen gemäß Auswertung der CDs mit Familienbüchern von Dr. Hein:

Bärendorf (ab 1703), Bockenheim (1682 und 1686), Büssert (nur 1633), Diedendorf (1702 - 1708),
Durstel (nur 1713), Hangweiler (nur 1703), Harskirchen (nur 1630), Ingweiler (1615 - 1636),
Keskastel (ab 1700), Lixheim (nur 1672), Lorentzen (nur 1707), Pisdorf (nur 1633),
Postorf (nur 1644), Weyer (nur 1666), Wolfskirchen (nur 1631).

D. h. um 1670/80 gab es anscheinend keine "alten" ortsansässigen LENHARD-Familien. Neue LENHARD-Familien zogen in der Folgezeit aus der Schweiz und aus Österreich zu und wohl auch wieder weg. 1742 ist nur noch eine Familie LENHARD in der Gegend zu finden.

Im Krummen Elsass gab es in der Zeit zwischen 1648 und 1700 häufige Wechsel in der Herrschaft und in der Religion. Die ständigen Kriege bewirkten starke Änderungen in der Bevölkerung.

Für eine Herkunft unserer LENHARD aus dem Krummen Elsass oder aus den angrenzenden Gebieten Lothringens könnten auch folgende Gründe sprechen:

a) Friedrich LEONARD ist 1689 in Homburg Trauzeuge bei den Eheleuten Laurent
(Lorenz) PASQUET, Witwer von Agnes GIRARDIN aus Erbach) und Catharine DUFORT (Witwe
aus "Hasberg", Witwe des Anton DUGARD). Ein weiterer Trauzeuge ist Jean de Lorrain.
Sind dies alles lothringische Einwanderer?
Die Forschungen von Dr. Hein helfen hier weiter:
Der Name DUFORT ist im Krummen Elsaß in der Grafschaft Saarwerden ab 1648 nachweisbar.
Der Name GIRARDIN / GERARDIN kommt in Lixheim und Bockenheim schon vor 1620 und auch nach dem 30-jährigen Krieg vor,
der Name PASQUIN (aber nicht PASQUET) kommt in Bockenheim ab 1630 vor.
Beachtet man zusätzlich, dass die Grafschaft Saarwerden 1677 noch ganz dünn besiedelt war  - Bockenheim war mit
60 Untertanen viermal größer als die nächstgrößeren Ortschaften - so kann man vermuten, dass die Familien gut miteinander
bekannt waren.

Arbeitsthese 6:  Friedrich LEONHARD hatte sehr wahrscheinlich engere Beziehungen ins Krumme Elsass.

 

b) In Homburg gibt es um 1680/90 mehrere Einwohner aus der Gegend von Fénétrange und viele Namen die auch im Krummen Elsass vorkommen.

c) Homburg und Landstuhl haben durch die gemeinsame Besetzung durch die Lothringer (1641 - 1669) und die französische Besetzung (1673 - 1697)
eine eng verbundene Geschichte und einen starken Anteil an Einwanderern aus dem Krummen Elsass.

d) Im kath. Kirchenbuch von Bockenheim sind zwei Einträge mit LENHARD enthalten:

1.) Daniel LENHARDT, von Austria Terra, Trez dicta, S. v. Balthasar LENHARDT und Sabina,
oo 08.01.1682 in Hütta
Catharina KILIAN
2.) Leonhard LINARD und Maria haben einen Sohn Johann, der am 09.11.1686 in Hütta getauft wird.


Arbeitsthese 7: Es gibt eine Verbindung von LENHARD vom Krummen Elsass nach Österreich.

 

e) Es gibt möglicherweise eine - allerdings viel spätere - Verbindung der Homburger LENHARD ins Krumme Elsass:

Johann Peter LIENHART, aus Struth, S. v. Anton LIENHART, † vor 1754 in Oberbetschbach oder Oberbetschdorf (beide
Namen stehen bei Dr. Hein, das Original-Kirchenbuch ist zu prüfen, Oberbetschbach könnte Oberbexbach sein)
verh.mit Anna Maria, die † 23.01.1754
ooI.    vor 1741  Catharina BECKERICH, † 14.08.1746,
ooII. 11.04.1747 Maria Magdalena SCHOß, T. v. Lorenz SCHOß, Ingweiler.
Quelle: kath. KB Tiefenbach, Auswertung von Dr. Hein.


Arbeitsthese 8: Es könnte eine Verbindung der Homburger LENHARD ins Krumme Elsass geben.

 

Es stellt sich daher die Frage, ob Vorfahren unserer LENHARD schon vor 1680 im Krummen Elsass lebten und ob sie aus Tirol ins Krumme Elsass kamen und von dort auf die Sickinger Höhe weiterzogen. Die Region um Bockenheim (heute Saarunion) im Krummen Elsass könnte eine wesentliche Rolle in der Geschichte unserer LENHARD gespielt haben. Hier gilt es
weiterzuforschen.
Dabei können helfen:
> Die Bibliographie und Quellen für das Krumme Elsass wurden in der Saarländischen Familienkunde Jahrg. VII/1974, Heft 26, S. 271 - 274, zusammengestellt.
> Zwei CDs mit der Buchreihe "Familienbücher Krummes Elsass" von Dr. Gerhard Hein wurden im September 2000 veröffentlicht.


 

5.5. Herkunft aus der Pfalz

Möglich, aber wenig wahrscheinlich ist, dass die LENHARD schon vor dem 30-jährigen Krieg in der Pfalz lebten. Im Oberamt Lautern (Kaiserslautern) kommt der Name in den Schatzungslisten (Buch von Christmann) vor und nach dem 30-jährigen Krieg nicht vor. In der Westpfalz gibt es mehrere LENHARD-Sippen, die teilweise, z. B. in Ramstein, nebeneinander vorkommen und die Zuordnung erschweren.



Lutherisch/katholische Kollweilerer LENHARD-Sippe:

In Kollweiler, bzw. auf dem Gosenberger Hof, gibt es schon vor 1700 LEONHARD/LENHARD. Nicht ganz sicher ist, ob Cornelius LEONHARD 1655 in Kollweiler geboren wurde. Er ist ab ca. 1675 in Niederstaufenbach verheiratet. Sein Bruder Claus LEONHARD, geboren um 1647, wohnte wohl zumindest seit ca. 1670 in Kollweiler. Er heiratete um 1670 auf den Gosenberger Hof. Am 1.11.1682 wurde ihm der Gosenberger Hof, den er bereits besaß, erneut im Erbbestand zugesprochen. Claus und Cornelius LEONHARD waren um 1680 und wohl vorher lutherisch. Kinder des Cornelius werden ab etwa 1700 katholisch getauft. Wieweit zwischen 1680 und 1700 ein Wechsel der Sippe vom lutherischen zum katholischen Glauben, vielleicht unter Druck im Rahmen der Rekatholisierung der Region, stattfand, ist noch näher zu erforschen. Zu beachten ist dabei, dass es unter dem Schutz der Franzosen am 29. November 1684 zur Wiedergründung der katholischen Pfarrei Glan-Münchweiler kam, von der aus auch Katholiken der später wiedergegründeten Pfarreien Ramstein, Kübelberg und Reichenbach betreut wurden.

Zwischen den LENHARD in Kollweiler und denen in Schauerberg konnte bisher keine verwandtschaftliche Beziehungen nachgewiesen werden. Sollte es sich herausstellen, dass schon Friedrich LENHARD verwandt mit den LENHARD in Kollweiler war, müsste man sich fragen, wo die gemeinsame Wurzel beider Stämme zu suchen ist. Wenn Verwandte unserer LENHARD schon 1655 in Kollweiler waren, könnte dies ein Hinweis gegen eine Herkunft aus Tirol sein, da damals eine Einwanderung aus Tirol noch wenig wahrscheinlich war.

Im Buch "1000 Jahre Obermohr - Beiträge zur Ortskunde" heißt es S. 100 "LEONARD aus Kollweiler (ehemals Tannheim/Tirol?")". Die Kollweilerer LENHARD werden in Verbindung mit den Homburger LENHARD und mit dem Tannheimer Tal gebracht, da ein Johann Georg LENERT aus Kollweiler als Pate im kath. KB Glan-Münchweiler genannt wird (nähere Angaben fehlen). Diese Verbindung muss angezweifelt werden. Ein Georg LENART aus Homburg ist am 17.07.1695 Taufpate von Johann Georg WEIS aus Elschbach bei der Taufe in Glan-Münchweiler. Eine Verbindung von Kollweiler nach Homburg und ins Tannheimer Tal kann meines Wissens jedoch bisher nicht nachgewiesen werden.

Nachfahren der Kollweilerer LENHARD-Sippe sind heute in Brasilien zu finden. Der 1824 in Kollweiler geborene Andreas LENHARD wanderte 1847 nach Brasilien aus.

 



Katholische Haschbacher LENHARD-Sippe:

In Haschbach am Remigiusberg gibt es auch einen LENHARD-Stamm. Johann Georg LENHART, "Sohn des Johann Peter Leonhard aus Tannheim/Tirol" (so in der Mitteilung eines Forscherkollegen, Beweis dazu liegt mir nicht vor) heiratete am 5. Februar 1737 in Theisbergstegen Maria Katharina Drexeler (Trexler). Die Eheleute wohnten in Haschbach. Der Vater Johann Peter LEONHARD starb am 26. März 1764 in Haschbach im Alter von 66 Jahren. Stammt er wirklich aus Tannheim in Tirol? Nach anderen Mitteilungen und dem kath. KB-Register von Reichenbach wohnte Johann Peter LENHARD um 1717 in Rutsweiler am Glan und Johann Georg wurde dort 1717 geboren.

Die Haschbacher LENHARD sollen auch mit den Kollweilerer LENHARD verwandt sein. Einen Beweis dafür kenne ich nicht. Nachfahren der Haschbacher LENHARD leben heute auch in Ramstein.

 



Katholische Höheinöder LENHARD-Sippe:

Die LENHARD/LENHART in Höheinöd und Schmalenberg scheinen von Carl LEONHARDT, der 1725 als Ziegler aus Kirchheim a. d. Eis nach Höheinöd gekommen sein soll, abstammen. Vielleicht gibt es in Schmalenberg noch eine zweite, von Christoph LENHARD aus Rutzberg (?) abstammende Sippe. Die Zugehörigkeit der Trippstädter LENHARD ist noch zu klären. Zu den LENHARD in Höheinöd, Schmalenberg, Thaleischweiler und Trippstadt hat der Verfasser eigene Zusammenstellungen erstellt, die bei Interesse geschickt werden können.

Hinzu kommen noch evangelische LENHARD-Sippen in der Region.



Fragen über Fragen, Annahmen in der Literatur und bisher keine klaren Beweise. Hier gibt es noch genug Forschungsarbeit. Lassen sich die Annahmen belegen, könnte das zur Folge haben, dass auch einige meiner Arbeitsthesen korrigiert werden müssen.

 

Der Name LENHARD ist vor 1700 z. B. in der Vorderpfalz und in Rheinhessen zu finden. (Beispiele siehe Anlage 2 der Stammfolge LENHARD.)

 

 

5.6. Herkunft aus anderen deutschen Regionen

Nicht auszuschließen, aber auch wenig wahrscheinlich, ist eine Herkunft aus deutschen Landen außerhalb der Pfalz. Konkrete Hinweise gibt es bisher nicht.

 

 

5.7. Herkunft aus Frankreich - Stammen die LENHARD von Hugenotten ab?

Nicht völlig auszuschließen, aber auch wenig wahrscheinlich,  ist eine Herkunft aus Frankreich. Konkrete Hinweise gibt es bisher nicht.

Schon vor dem Dreißigjährigen Krieg und ab 1623 kamen zahlreiche Hugenotten nach Zweibrücken, zum Teil aus Frankreich, zum Teil jedoch als Flüchtlinge aus der kurpfälzischen Wallonengemeinde Otterberg. Der Zustrom versiegte durch die Kriegsereignisse. Erst um 1670 setzte ein neuer Zustrom französischer Protestanten nach Zweibrücken ein.
(Quelle: Hugenotten im Zweibrücker Land, Historischer Verein Zweibrücken 1987).

Den Namen LENHARD (oder ähnlich) habe ich bisher in den französisch-reformierten Kirchenbüchern nicht gefunden.

 

 

 

Arbeitsthese 9: Am wahrscheinlichsten ist die Herkunft unserer LENHARD aus österreichischem Gebiet
oder aus dem Krummen Elsass.

 

Offene Fragen:

Frage 1: Lässt sich eine verwandtschaftliche Beziehung unserer LENHARD zu den LENHARD in Haschbach am Remigiusberg beweisen?

Frage 2: Lässt sich eine verwandtschaftliche Beziehung unserer LENHARD zu den LENHARD in Kollweiler und auf dem Gosenberger Hof beweisen?

Frage 3: Es gibt noch ein Tannheim bei Memmingen. Gab es dort um 1650 LENHARD-Vorkommen? War dieser Ort damals österreichisch?


 

Durch die spärliche Quellenlage war eine Klärung der Herkunft der LENHARD bisher nicht möglich. Welche Theorie letztlich richtig ist, kann erst nach Auffinden weiterer Urkunden entschieden werden.
 

Festzuhalten ist, dass es einige gesicherte Hinweise auf eine Beziehung zwischen den LENHARD in Harsberg, in Homburg, im Krummen Elsass und im Tannheimer Tal gibt.

Als Arbeitstheorie - ausgehend von den aufgestellten Thesen - wird angenommen, dass unsere LENHARD ursprünglich aus dem Tannheimer Tal stammten und unter lothringischer Herrschaft über das Krumme Elsass, wo ein Teil der Sippe vorübergehend ansässig wurde, nach Homburg und Harsberg kamen.

Das Denombrement der Herrschaft Landstuhl von 1681 beweist zumindest, dass die LENHARD schon 1678 nach Harsberg kamen.

 


 

6. Merkmale der "Harsberger LENHARD-Sippe"

Die LENHARD sind durchweg katholisch, im 18. Jh. überwiegend Bauern und sehr bodenständig. Eine Häufung von Heiraten innerhalb der Sippe LENHARD sowie mit bestimmten Sippen (BOLD, BUCHHEIT, KEßLER u.a.) zeigt, dass man bemüht war, den Grundbesitz der Sippe zu erhalten.

Man findet nur eine sehr kleine Zahl (10 - 15) von Auswanderern unter ihnen, wobei die meisten nach Amerika gingen (siehe Anlage 3). In Anbetracht der starken Auswanderung bei anderen Sippen ist dies recht auffällig.
Obwohl besonders zwischen 1764 und 1770 eine beachtliche Auswanderung aus der Gegend um Harsberg ins Banat zu verzeichnen ist, sind im Sippenbuch von Jahrmarkt im Banat nur 2 LENHARD (ohne Nachkommen) zu finden. Verwandte Sippen wie BOLD, GLAS, JUNG, SEHY, WAGNER und WILHELM sind in Jahrmarkt ebenfalls vertreten.

Ein offiziell registriertes Wappen der Harsberger LENHARD-Sippe ist bisher nicht bekannt. Anlage 5 der Stammfolge enthält Informationen über Wappen und Siegel anderer LENHARD-Sippen in der Pfalz.

 


 

7. Bekanntere Mitglieder der "Harsberger LENHARD-Sippe"

 

Einige Sippenmitglieder sind besonders erwähnenswert, da sie eine gewisse Bekanntheit oder Berühmtheit erreicht haben. Diese Auflistung enthält keine Wertung und erhebt nicht den Anspruch der Vollständigkeit.

 

7.1.   Ludwig Bernhard LENHART,
genannt Pater Johannes "John" Maria LENHART, O. M. Cap.

Geboren am 4. Mai 1873 in Reifenberg. Er kam am Palmsonntag 1889 nach Amerika, trat bei den Kapuzinern ein, erhielt am 27. Juni 1897 die Priesterweihe in Baltimore und wurde Lektor der Philosophie. Bekannt wurde er durch seine 1905 beginnende schriftstellerische Laufbahn mit an die 500 umfassende Studien, Kommentaren, Recenxiesien, Kleinschriften und 16 Bücher über die verschiedensten Wissensbereiche, vornehmlich über die Anfangszeiten der Buchdruckerkunst in Deutschland und anderen europäischen Ländern und geschichtliche Aufsätze über kath. Deutschtum in den Vereinigten Staaten. Er starb am 26. Oktober 1969 in Pittsburgh.
Einige seiner Briefe an die "Kanadische Verwandtschaft" in Ontario zur Herkunft der LENHARD und zu seiner Heimat wurden von Norvel A. (Budd) Hansen 2006 in seinem Buch veröffentlicht.

Ludwig Bernhard Lenhart ist im "Lexikon Pfälzer Persönlichkeiten" von Viktor Carl, 2. Auflage1998, enthalten.

 

 

7.2.   Bischöflich Geistlicher Rat Vinzenz LENHART

Vinzenz LENHART wurde am 14. November 1885 in Reifenberg als 10. und jüngstes Kind von der Ackererfamilie Ludwig LENHART und Katharina VELTEN geboren. Gestorben am 2. September 1985 auf dem Stockbornerhof bei Reifenberg. Priesterweihe am 31. Juli 1910 im Kaiserdom zu Speyer. Er war Kaplan in Kübelberg, Germersheim und Homburg/Saar, Pfarrverweser in Bebelsheim und Labach und Pfarrer in Labach und Kübelberg. Am 1. Dezember 1953 ging er wegen eines schweren Augenleidens in den Ruhestand. Für seine Verdienste wurde ihm am 24. Dezember 1962 der Titel "Bischöflich Geistlicher Rat" verliehen. 1985 war er mit 99 Jahren der älteste im Bistum Speyer lebende Priester, der kurz vor seinem Tode noch das 75. Priesterjubiläum feierte.

 

 

7.3.   Der Maler und Bildhauer Richard LENHARD

Geboren am 7. Mai 1896 in Dahn, gestorben am 16. Mai 1969 in Bad Bergzabern. Schüler des Kunst-Professors Albert Haueisen. Richard LENHARD war Maler von Landschaftsbildern und Porträts. Bildhauer der u.a. den Elwetritsche-Brunnen in Dahn, Kriegerdenkmäler in Wilgartswiesen, Busenberg, Frankweiler u.a. gestaltete. Sein Werk ist im Heimatkalender 1986 für das Pirmasenser und Zweibrücker Land ausführlich dokumentiert.

Richard LENHARD ist ein Cousin meines Großvaters Hermann Lenhard.

Der Maler Franz Martin ist ein Enkel von Richard Lenhard. Auf seiner Homepage findet man ergänzende Informationen: www.dahn.de/martin-franz.htm

Richard Lenhard ist im "Lexikon Pfälzer Persönlichkeiten" von Viktor Carl, 2. Auflage1998, enthalten.

 

Selbstbildnis von Richard Lenhard, Ölgemälde um 1930

 

 

7.4.   Der Steuerexperte Felix LENHARD

Geboren am 3. Januar 1890 in Schauerberg, gestorben am 5. Januar 1986 in Pforzheim. Tätig in der bayerischen Finanzverwaltung in sechs verschiedenen Städten. 1945 kam er nach Saarbrücken und arbeitete als Referent für Finanzen bei der Saarländischen Regierung bis zur Pensionierung als Oberregierungsrat 1956. Danach bis mindestens 1980 Inhaber einer bekannten Steuerberater-Praxis in Pforzheim.

Felix LENHARD ist ein Onkel meiner Mutter Ella geb. Lenhard.

 

 

7.5.   Der Arzt und Dichter Julius LENHARD

Geboren am 12. Februar 1890 in Waldfischbach. Er war Hals-Nasen-Ohren-Arzt und während des 2. Weltkrieges in Berlin tätig. Er schrieb eine Reihe von Gedichten, von denen 3 (auch folgendes) im Heimatbuch von Waldfischbach aufgenommen wurden. Folgendes Gedicht "Heimweh", geschrieben 1942 in der Stadt mit den "grauen Strassen" (d. h. in Berlin), zeigt seine Heimatverbundenheit und Sehnsucht nach dem Pfälzerwald. Das Gedicht wurde von ihm selbst signiert.

Julius LENHARD entstammt dem Waldfischbacher Ast. Er ist ein Cousin meines Großvaters Hermann Lenhard.
 

 

     Gedicht "Heimweh" von Julius Lenhard, 1942
 

 

 

 

7.6.   Der Artillerie-Major Rudolf LENHARD

Geboren am 14. September 1908 in Germersheim, gefallen am 18. Mai 1940 bei  Tincourt-Bouchy in Nordfrankreich als Hauptmann z. b. V. im Stab des Artillerie-Kommandeurs 101. Post mortem zum Major befördert. Er war Berufsoffizier und zuletzt - vor dem Frankreichfeldzug - an der Kriegsakademie in Berlin. Er verfasste das Büchlein "Die Grundlagen des Artilleristen", erschienen 1943 in 8. Auflage und von mir bei ebay ersteigert. Das Büchlein wurde von seinem Bruder Kurt fortgeführt. Außerdem verfasste Rudolf ein "Artilleristisches Merkheft"; 1939 in 7. Auflage im Art. Regt. 33 (Kriegsakademie) erschienen. 1942 in 15. Auflage erschienen und von mir bei ebay ersteigert..

Rudolf und Kurt LENHARD waren Schüler am Staatlichen Realgymnasium (heute Siebold-Gymnasium) in Würzburg und eine Gedenktafel für die Gefallenen der Weltkriege erinnert in dieser Schule auch an die Brüder LENHARD.

Rudolf  LENHARD ist ein Cousin meiner Mutter Ella geb. Lenhard.

 

                                                   

Veröffentlichungen von Rudolf Lenhard

7.7.   Der SWR4-Hausarzt Dr. med. Bernhard LENHARD

Dr. med. Bernhard Lenhard ist Landarzt in Saulheim bei Mainz und gibt im Radio regelmäßig Gesundheitstipps. Er entstammt dem "Elmsteiner Ast" der LENHARD-Sippe.

 

 

 

8. Stammreihe LENHARD

Nachfolgend werden die LENHARD-Vorfahren (der Mannesstamm) ausgehend von Ella LENHARD, der Mutter des Verfassers, aufgeführt:
 

I.) Ella Josefine LENHARD,
        * 1923 in Pirmasens,
        oo 1947 in Zweibrücken
        Karl Josef MÜLLER aus Ramstein

 

II.) Hermann LENHARD,
        Geschäftsführer einer Weinhandlung in Zweibrücken,
        * 1888 in Schauerberg,
        oo 1919 in Pirmasens
        Josephine Berta TIEFENTHALER aus Pirmasens.

Das Paar hatte 3 Kinder und wohnte zuerst in Pirmasens und ab etwa 1930
in Zweibrücken.
Hermann begründete den "Zweibrückener Ast" mit Nachfahren in
Zweibrücken, Neustadt a. d. Weinstr. und Winnweiler.

III.) Nikolaus LENHARD,
        Bauer in Schauerberg, ab 1903 Kommissionär in Pirmasens,
        * 1854 in Schauerberg,
        oo 1879 in Saalstadt (kirchl. in Weselberg)
        Katharina BARDENS vom Lichtenbrucher Hof bei Kaiserslautern.

Das Paar hatte 13 Kinder und wohnte bis 1903 in Schauerberg und  
dann in Pirmasens.
Nikolaus begründete den "Pirmasenser Hauptast".  
Die Söhne zogen nach Germersheim, Niedersimten, Zweibrücken, Pforzheim,
Schopp und Mannheim.

     Der ROOS'sche Hof in Schauerberg um 1990
(links Haus BOLD, rechts Haus FRANK)
Auf diesem Anwesen steht rechts - im Bild nicht sichtbar - ein Rest des Wohnhauses von Nikolaus LENHARD.

IV.) Nicolaus LENHARD,
        Ackersmann und Müller auf der Schwanenmühle bei Horbach,
        * 1829 in Schauerberg,
        oo 1851 in Saalstadt
        Katharina WAGNER aus Hermersberg.

Das Paar hatte 12 Kinder und wohnte auf der Schwanenmühle bei Horbach.
Die Söhne wohnten nach dem Tode des Vaters in Schauerberg und zogen
nach Waldfischbach ("Waldfischbacher Ast"), Dahn ("Dahner Ast"),
Berg ("Berger Ast"), Rodalben ("Rodalbener Ast") und Amerika.

V.) Georg Jacob LENHARD,
        Ackersmann in Schauerberg,
        * 1801 in Harsberg,
        oo 1827 in Schauerberg
        Anna Barbara SEHY aus Schauerberg.

Das Paar hatte 2 Kinder und wohnte in Schauerberg.

VI.) Georg Jacob LENHARD,
        Bauer in Harsberg,
        * um 1763 in Harsberg,
        oo 1786 in Weselberg
        Elisabetha STORCK aus Zeselberg

Das Paar hatte 7 Kinder und wohnte in Harsberg.
Der Sohn Johann Adam ist der Begründer des "jüngeren Harsberger Stammes" mit
Nachfahren in Harsberg, Zeselberg, Elmstein, Niedermohr und Bildschacherhof.
Der Sohn Peter ist der Begründer des "Schmitshausener Stammes" mit Nachfahren in
Schmitshausen, Reifenberg, Herschberg, Harsberg, Schifferstadt und Ontario (Kanada)
sowie Michigan (USA).
Der Sohn Georg Jacob ist der Begründer des "jüngeren Schauerberger Stammes" mit
Nachfahren in Schauerberg, Pirmasens, Waldfischbach, Dahn, Berg, Rodalben, Landau,
Zweibrücken, Ixheim, Leonberg, Waghäusel, Dorn-Dürkheim.

 

VII.) Johann Georg LENHARD,
        Bauer in Harsberg,
        * 1728 auf der Neumühle bei Kirchenarnbach,
        oo 1750 in Kirchenarnbach
        Maria Barbara MAYER aus Harsberg

Das Paar hatte 8 Kinder und wohnte in Harsberg.
Nur vom Sohn Georg Jakob sind LENHARD-Nachkommen bekannt.

VIII.) Johann LENHARD,
        Bauer in Harsberg,
        * um 1704 in Harsberg,
        oo 1727 in Kirchenarnbach
        Anna Catharina JUNG aus Kirchenarnbach.

Das Paar hatte 6 Kinder und wohnte um 1730 auf der Neumühle bei Kirchenarnbach
und dann in Harsberg.
Nur vom Sohn Johann Georg sind LENHARD-Nachkommen bekannt.

IX.) Johann LENHARD (LIONHARD),
        Bauer in Harsberg,
        * um 1680 vermutlich in Harsberg,
        oo um 1705
        Anna Dorothea NN

Das Paar hatte 6 Kinder und wohnte in Harsberg.
Nur vom Sohn Johann sind LENHARD-Nachkommen bekannt.

 

 

X.) Friedrich LENHARD (LEONARDT),
        Bauer in Harsberg,
        * um 1643,
        oo um 1675
       Anna Elisabetha NN

Das Paar hatte vermutlich 9 Kinder und wohnte in Harsberg.


Der Sohn Johann ist der Begründer des "1. Harsberger Stammes" mit Nachfahren
in Harsberg, Schauerberg und Schmitshausen.

 
Johann Georg begründete den "1. älteren Schauerberger Stamm" mit Nachfahren in
Schauerberg, Niedermohr, Kottweiler-Schwanden, Ramstein und Sausenheim,


Franz den "2. Harsberger Stamm",


Jakob den "Banner Stamm" mit Nachfahren in Bann, Kindsbach und Landsweiler-Reden,


Joseph den "Zeselberger Stamm",


Johann Adam den "2. älteren Schauerberger Stamm" und


Peter den "3. Harsberger Stamm".

 

 

9. Beispiele von  fremden LENHARD-Wappen

Soweit es heute beurteilt werden kann, hatte unsere Harsberger LENHARD-Sippe kein Wappen und anscheinend hat auch kein Sippenmitglied ein Wappen erstellen und eintragen lassen.

Folgendes, sehr interessantes LENHARD-Wappen erhielt ich im September 2009 von Peter LENHARD aus Pirmasens. Das Wappen stammt von einem schottischen Heraldiker und soll vor mehr als 150 Jahren in Schottland verwendet worden sein. Ein konkreter Bezug auf eine bestimmte LENHARD-Sippe fehlt.

Unter der Annahme, dass unsere LENHARD aus Tirol stammen, wäre das Wappen eine schöne Anregung für ein neues LENHARD-Wappen unserer Sippe. Es vereint den Löwen im Namen LENHARD mit dem roten Adler, der typisch für das Tiroler Landeswappen ist.

 

     LENHARD-Wappen aus Schottland
 

 

 

Weitere LENHARD / LEONHARD / LENHARDT-Wappen:

 

Lenhard

aus Kollweiler, Kreis Kaiserslautern

(Farben nachträglich ergänzt)

 

 

Lenhardt
Ludwigsburg

     Wappenbeispiele verschiedener LENHARD-Sippen
 

 

 

10. Sippentag 1939

Im August 1939 sollte der 1. Sippentag der LENHARD stattfinden. Durch die eingeleitete Mobilmachung kurz vor Beginn  des 2. Weltkrieges musste das Treffen kurzfristig abgesagt werden. Folgendes Bild zeigt die Einladung von 1939:

 

     Einladung zum Sippentag am 27. August 1939 in Landstuhl
 

 

 

 

11. Nutzung der Stammfolge

Vorliegende Stammfolge LENHARD stellt einen ersten Schritt dar und erfordert noch viel Arbeit und besonders Zeit zur Vervollständigung. Der Verfasser bittet alle Sippenmitglieder und Interessenten um Unterstützung durch Mitteilung von Ergänzungen, Berichtigungen und Verbesserungsvorschlägen. Alle Zeitungsausschnitte (z. B. Heirats- und Todesanzeigen),
Bilder, Kopien alter Akten usw. sind für ihn nützlich. Bitte helfen Sie mit. Da der Verfasser außerhalb der Pfalz wohnt, bekommt er viele Informationen, die z. B. in der Zeitung stehen, nicht mit.

Bei den Personennamen wird bevorzugt die in den Urkunden vorgefundene Schreibweise angegeben. Bei den Heiratsdaten ist ab 1798 (Einführung der Standesämter in der Pfalz) vorrangig die standesamtliche Eheschließung berücksichtigt. Bei den Daten Anfang des 18. Jh. sind ergänzend Paten und Trauzeugen angegeben.

Die LENHARD sind überwiegend katholisch. Daher ist die Religion nur angegeben, wenn eine Person nicht katholisch ist.

Der Verfasser ist dem verstorbenen Herrn Felix LENHARD in Pforzheim zu großem Dank verpflichtet. Durch sein großes Interesse und seine Unterstützung hat er ermuntert, diese Arbeit durchzuführen. Außerdem hat Herr Michael LENHARD in Schifferstadt durch seine Unterstützung bei der Auswertung der Unterlagen seines Großvaters Otto LENHARD
erhebliche Hilfe geleistet. Die Forschungsarbeiten von Otto LENHARD, besonders auch sein 1936 geschriebenes Familienbuch, bildeten die Ausgangsbasis für die vorliegende Stammfolge.


 

 

12. Informationsaustausch

Der Verfasser betreibt die Familienforschung als Hobby und nicht aus irgendwelchen materiellen Interessen. Die komplette Stammfolge ist unveröffentlicht und muss noch in einigen Teilen überarbeitet werden. Auskünfte aus dem Manuskript erfolgen an Sippenmitglieder kostenlos. Mit anderen Forschern erfolgt die Informationsweitergabe im Rahmen gegenseitiger Hilfe.

 

Ergänzungen und Korrekturen erwünscht.

 
 

 


 

 

 

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Revision History:

1. Version, Juni 1985,
2., aktualisierte Version, 29.01.1999,
3., aktualisierte Version, 29.10.2000, Ergänzungen besonders zur Herkunft aus dem Krummen Elsaß,.
4., aktualisierte Version, 07.04.2001, Ergänzung nach Entdeckung des Denombrement von 1681,
5., aktualisierte Version, 22.06.2001, Redesign und Ergänzung um Herzog Karl IV. von Lothringen.
6., aktualisierte Version, 29.12.2001, Ergänzung um Stammreihe LENHARD und besondere LENHARD
7., aktualisierte Version, 31.08.2002, Ergänzung um Haschbacher und Kollweilerer LENHARD
8., ergänzte Version, 19.04.2003, Selbstbildnis von Richard Lenhard eingefügt.
9., ergänzte Version, 23.04.2003, Karte der Westpfalz von 1789 eingefügt.
10., ergänzte Version, 17.05.2003, LEONHARD 1682 in Harsberg. Lutherisch?
11., Version, 28.07.2003, kleine Überarbeitung
12., ergänzte Version 22.02.2004 mit neuen Erkenntnissen zu den Westpfälzer LENHARD-Sippen
13., leicht überarbeitete Version 01.05.2004
14., ergänzte Version, 14.12.2004, mit Zusammenfassung am Anfang und mehr zum Hl. Leonhard.
15., ergänzte Version, 03.02.2005, mit Hauptmann Rudolf LENHARD und ergänzten Hinweisen zur vermuteten Herkunft aus Tirol.
16., ergänzte Version, 30.05.2005, mit Benedict LEHNERT 1686 in Glan-Münchweiler.
17., ergänzte Version, 05.10.2005, mit Ergänzung um mögliche Herkunft aus Oberschwaben.
18., ergänzte Version, 23.11.2005, mit St. Leonhard in Inchenhofen.
19., ergänzte Version, 16.04.2006, mit der geografischen Namensverteilung nach Geogen.
20., ergänzte Version, 25.05.2006, mit Tannheim bei Memmingen.
21., ergänzte Version, 01.11.2006, mit Gedicht von Julius LENHARD.
22., ergänzte Version, 18.03.2007, mit Nachtrag zu den Kollweilerer LENHARD
23., ergänzte Version, 14.06.2007, mit weiteren Namensschreibweisen
24., ergänzte Version, 25.06.2007, mit Titelseite des Merkheftes von Rudolf LENHARD
25., ergänzte Version, 30.09.2007, mit lutherischer Religion bei den Kollweilerer LENHARD.
26., ergänzte Version, 03.05.2008, mit Inhaltsübersicht und Hinweis auf Impressum.
27., ergänzte Version, 17.08.2008, mit Berücksichtigung der Hugenotten.
28., kleinere Überarbeitung, 22.12.2008.
29., kleinere Überarbeitung, 10.09.2009, Dr. med. Bernhard LENHARD ergänzt..
30., Wappenbeispiel und geplanter Sippentag 1939 ergänzt, 04.10.2009.
31., Weitere Wappenbeispiele und Rudolf LENHARD aktualisiert, 02.01.2010.
32., ergänzte Version,02.05.2010, Fénétrange (Finstingen) ergänzt.
33., ergänzte Version mit buntem Wappen der Kollweilerer Lenhard.
34., textlich leicht überarbeitete Version, 30.01.2011 und 02.04.2011.
35., kleine Ergänzungen am 20.07.2011.
36., Auswertung des "Familiennamenbuches der Schweiz" am 04.11.2011.
37. Ergänzung um Foto und Daten aus dem Tannheimer Tal am 31.07.2012.
38. Ergänzung vom 06.09.2012 um Besiedlung des Tannheimer Tales durch Bodensee-Alemannen.
39. Ergänzung aus Tiroler Untertanenverzeichnis von 1427 und Kufsteiner Grabensteuer von 1480.
40. Februar 2013 - Ergänzung aus Listen des Oberallgäus vom 16. und 17. Jahrhundert.
41: Mai 2015: Ergänzungen aus dem Tiroler Untertanenverzeichnis von 1427.

 

 


ENDE